Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung

Multiprofessionelle Vernetzung als Beitrag zur effektiven Prävention

LAUTERSTARKE FRAUEN Gruppenfoto
Das Projektteam: Elisabeth Fischer † (BAG SELBSTHILFE), Wiebke Bewernitz, Monika Pelkmann (beide NetzwerkBüro), Geesken Wörmann, (LAG SELBSTHILFE NRW), Petra Stahr, Andrea Lehmann (beide NetzwerkBüro)

Gewalt stellt weltweit eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen dar. Das Thema Gewalt gegen Frauen findet inzwischen mehr gesellschaftliche Beachtung. Lange wurde tabuisiert, dass insbesondere Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung aufgrund ihrer Lebensumstände besonders gefährdet sind, Opfer von jeglicher Form von Gewalt zu werden.

Dazu gehört neben der körperlichen, psychischen und sexualisierten Gewalt auch die strukturelle Gewalt. Häufig gehen die Gewaltformen ineinander über und bewirken massive gesundheitliche Folgen.
Mit dem Projekt LAUT(ER)STARKEFRAUEN konnte das NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW einen Beitrag leisten zur Enttabuisierung des Themas Gewalt gegen Frauen mit Behinderung sowie Präventionsstrategien aus Sicht der Selbsthilfe entwickeln, die Frauen und Mädchen mit Behinderung besser vor Gewalt schützen sollen.

Dies erforderte in einem ersten Schritt eine effektive Aufklärung der Öffentlichkeit aber auch der Verbände der Selbsthilfe. So zeigte eine Umfrage der BAG Selbsthilfeverbände, dass das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung in den Behindertenverbänden eine bisher eher untergeordnete Rolle zu spielen scheint.

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Das Projekt wurde getragen von der BAG SELBSTHILFE und in Kooperation mit der LAG SELBSTHILFE NRW e.V. von September 2008 bis Januar 2011 durchgeführt. Die Kooperationsstruktur von NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW, LAG SELBSTHILFE NRW e.V. und BAG SELBSTHILFE gewährleistete die Bearbeitung der Thematik aus Sicht der Selbsthilfe. Gerade dem unabhängigen Beratungs- und Kontaktnetzwerk der Selbsthilfe kommt eine wichtige Funktion zu, da man dort dem Thema Gewalt aus der Perspektive der Betroffenen begegnen und auf ihre spezifischen Bedürfnisse eingehen kann. Die Finanzierung wurde durch das Bundesministerium für Gesundheit ermöglicht.

Zentrales Ziel des Projektes war es, das organisierte Selbsthilfepotential betroffener Frauen zur Vermeidung und Bekämpfung von Gewalt zu stärken. Um dies zu erreichen wurden positive Ansätze zur Gewaltbekämpfung gestärkt und gebündelt und auf ihre Übertragbarkeit überprüft. Darüber hinaus wurden Qualitätsstandards zur Verbesserung der Beratungs- und Unterstützungsarbeit erarbeitet.

 

Durch die Gründung eines bundesweiten Netzwerks gegen Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderung sollte die gemeinsame Linie aller Akteure gestärkt werden. In regelmäßig stattfindenden Arbeitskreisen, bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen der Selbsthilfe als auch des professionellen Gesundheits- / Beratungsnetzwerks, wurden Modelle zur umfassenden Gewaltprävention und -bekämpfung vorgestellt und gebündelt sowie innovative Präventionsansätze nachhaltig gesichert und übertragbar gemacht. Die enge Kooperation mit Professionellen aus dem Bereich der psychosozialen /gesundheitlichen Versorgung ermöglichte dabei dem Thema Gewalt mit seinen unterschiedlichen Facetten auf den verschiedenen Ebenen zu begegnen.

Arbeitschwerpunkte des Projektes:

  • Häusliche Gewalt gegen behinderte Frauen
    • ihre gesundheitlichen Folgen
    • Strategien zur Prävention und Selbsthilfe
  • Psychische Gewalt gegen behinderte Frauen
    • ihre gesundheitlichen Folgen
    • Strategien zur Prävention und Selbsthilfe
  • Gewalt in der Pflege behinderter Frauen
    • ihre gesundheitlichen Folgen
    • Strategien zur Prävention und Selbsthilfe
  • Gewaltprävention in der Mädchen- und Jungenarbeit


Weitere Informationen zum Projekt

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Abschlussbericht des Projektes